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Heizen mit Klimageräten

Jahresarbeitszahl: Was die JAZ aussagt

Wie die Jahresarbeitszahl einer Luft-Luft-Wärmepumpe berechnet wird, wie sie sich von SCOP unterscheidet und warum sie für die Förderung zählt.

Eine Frau hält die Hand in den warmen Luftstrom eines Innengeräts, während auf dem Außengerät vor dem Fenster Raureif liegt.

Die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ, beschreibt, wie viel Wärme eine Luft-Luft-Wärmepumpe über ein ganzes Jahr aus einer Kilowattstunde Strom macht. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe bereitet dabei kein Warmwasser und ersetzt keine Zentralheizung — sie temperiert Raumluft direkt. Wer eine Förderung über das BEG oder die KfW beantragen will, kommt an der JAZ nicht vorbei. Dieser Beitrag erklärt, was sie von der SCOP-Angabe auf dem Energielabel unterscheidet und was sie in der Praxis beeinflusst.

Was die Jahresarbeitszahl misst

Die JAZ ist das Verhältnis der über ein Kalenderjahr abgegebenen Heizwärme zur dafür aufgenommenen elektrischen Energie, ermittelt für eine konkrete Anlage in einem konkreten Gebäude. Eine JAZ von 3 bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom werden im Jahresmittel drei Kilowattstunden Wärme. Anders als eine Laborangabe fließen in die JAZ auch der Standort, das tatsächliche Nutzerverhalten, die Vorlauf- beziehungsweise Zieltemperatur und die Gebäudedämmung ein.

JAZ und SCOP: zwei verschiedene Kennzahlen

Die SCOP-Angabe auf dem Energielabel eines Geräts wird nach EN 14825 für eine standardisierte Heizperiode und ein festgelegtes Klimaprofil ermittelt. Sie erlaubt den Vergleich zwischen Geräten unter gleichen Bedingungen, sagt aber nichts über eine bestimmte Wohnung an einem bestimmten Ort aus. Die JAZ dagegen bildet die reale Situation ab: das tatsächliche Gebäude, die tatsächliche Witterung am Standort, die tatsächlich gewählte Zieltemperatur. Für eine Förderzusage reicht der SCOP-Wert aus dem Datenblatt deshalb allein nicht aus — verlangt wird eine für das konkrete Gebäude berechnete Jahresarbeitszahl.

Warum die JAZ für die Förderung zählt

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kann über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und den KfW-Zuschuss 458 bezuschusst werden — allerdings nur unter Bedingungen. Sie muss die Gebäudeheizung tatsächlich übernehmen, nicht nur ergänzend einzelne Räume temperieren, sie muss im Verzeichnis der förderfähigen Wärmeerzeuger stehen, und sie muss die im Förderprogramm festgelegte Mindest-Jahresarbeitszahl erreichen. Nach mehreren unabhängig recherchierten Fachquellen zu den technischen Mindestanforderungen der BEG-Einzelmaßnahmen liegt diese Grenze bei einer JAZ von mindestens 3, verbunden mit der Vorgabe, dass die Wärmepumpe mindestens 65 Prozent des Heizwärmebedarfs deckt. Maßgeblich ist in jedem Fall die zum Zeitpunkt der Antragstellung gültige Fassung der Förderrichtlinie; die Berechnung der JAZ für das konkrete Gebäude übernimmt eine Energieeffizienz-Expertin oder ein Energieeffizienz-Experte. Ein Split-Gerät, das zusätzlich zur vorhandenen Heizung nur einzelne Räume mitversorgt, erfüllt diese Bedingung nicht und ist über diesen Förderweg nicht förderfähig.

Was die JAZ in der Praxis beeinflusst

Drei Größen bestimmen, wie hoch die tatsächliche Jahresarbeitszahl einer Anlage ausfällt:

  1. Die Außentemperatur: Je kälter die Luft, aus der die Wärmepumpe Wärme zieht, desto mehr Strom braucht der Verdichter für dieselbe Heizleistung.
  2. Die Vorlauf- beziehungsweise Zieltemperatur: Je höher die gewünschte Raumtemperatur über der Außentemperatur liegt, desto größer der Temperaturhub und desto niedriger die JAZ.
  3. Die Gebäudedämmung: Ein gut gedämmtes Gebäude hält die benötigte Heizleistung niedrig und damit die Laufzeiten in einem Bereich, in dem die Anlage effizient arbeitet.

Eine vierte Größe kommt aus der Planung selbst: Ein überdimensioniertes Gerät taktet häufiger und kürzer, weil es die gewählte Zieltemperatur schneller erreicht, als der Raum sie wieder verliert. Häufiges Takten senkt die Jahresarbeitszahl gegenüber einem Gerät, das über längere Laufzeiten gleichmäßig arbeitet — ein Grund mehr, die Nennkälteleistung nach der tatsächlichen Kühllast statt nach einer Faustformel zu wählen. Die Rechenschritte dazu stehen im Beitrag zur Kühllastberechnung.

Wie sich die JAZ nachträglich überprüfen lässt

Für eine bereits laufende Anlage lässt sich die reale Jahresarbeitszahl über ein volles Kalenderjahr messen: Ein Wärmemengenzähler erfasst die abgegebene Heizwärme, ein separater Stromzähler die dafür aufgenommene elektrische Energie. Das Verhältnis beider Werte am Jahresende ist die gemessene JAZ dieser Anlage in diesem Gebäude in diesem Jahr — witterungsbedingt schwankt sie von Jahr zu Jahr etwas. Für einen Förderantrag reicht diese nachträgliche Messung naturgemäß nicht; dort steht die vorab berechnete JAZ der Energieeffizienz-Expertin oder des Energieeffizienz-Experten.

Wo die Grenze zwischen ergänzendem Heizen mit dem Split-Gerät und einer vollwertigen Heizungslösung verläuft, ordnet der Beitrag zum Heizen mit der Klimaanlage ein.

Häufige Fragen

Ist eine hohe SCOP-Angabe auf dem Energielabel gleichbedeutend mit einer hohen JAZ? Nein. Der SCOP-Wert gilt für ein standardisiertes Klimaprofil nach EN 14825, während die JAZ die reale Situation im konkreten Gebäude abbildet und davon abweichen kann.

Wer berechnet die Jahresarbeitszahl für einen Förderantrag? Eine Energieeffizienz-Expertin oder ein Energieeffizienz-Experte, auf Grundlage von Gebäude, Standort und geplanter Anlage.

Ist jede Luft-Luft-Wärmepumpe förderfähig? Nein. Nur wenn sie die Gebäudeheizung tatsächlich übernimmt, im Verzeichnis der förderfähigen Wärmeerzeuger steht und die geforderte Mindest-Jahresarbeitszahl erreicht.

Häufige Fragen

Nein. Der SCOP-Wert gilt für ein standardisiertes Klimaprofil nach EN 14825, während die JAZ die reale Situation im konkreten Gebäude abbildet und davon abweichen kann.

Eine Energieeffizienz-Expertin oder ein Energieeffizienz-Experte, auf Grundlage von Gebäude, Standort und geplanter Anlage.

Nein. Nur wenn sie die Gebäudeheizung tatsächlich übernimmt, im Verzeichnis der förderfähigen Wärmeerzeuger steht und die geforderte Mindest-Jahresarbeitszahl erreicht.

Alle Angaben ohne Gewähr. Stand 4. Oktober 2026. Was in Ihrem Fall zulässig und sinnvoll ist, hängt vom Gebäude ab — verbindlich wird das erst nach dem Ortstermin.