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VentoKlima

Kosten und Förderung

Was eine Klimaanlage im Sommer an Strom kostet

Mit SEER und der Formel des EU-Energielabels lässt sich der Verbrauch vorher ausrechnen. Ein Beispiel, der Vergleich zum mobilen Gerät und was Strom spart.

Frau stellt die Temperatur an der Fernbedienung ein, darüber das laufende Innengerät, dahinter ein Fenster mit heruntergelassener Außenjalousie.

Der Verbrauch einer Klimaanlage lässt sich vorher ausrechnen, und zwar mit zwei Zahlen, die auf jedem Energielabel stehen. Das Ergebnis überrascht die meisten in beide Richtungen: Ein fest montiertes Split-Gerät kostet im Betrieb weniger, als der Ruf der Technik vermuten lässt — ein mobiles Gerät im Fenster deutlich mehr.

Die eine Kennzahl, auf die es ankommt

Ein Split-Gerät wandelt Strom nicht in Kälte um. Es transportiert Wärme nach draußen und braucht den Strom nur für den Antrieb. Deshalb bringt es ein Vielfaches der aufgenommenen elektrischen Leistung als Kälteleistung in den Raum.

Wie groß dieses Vielfache ist, sagt der SEER. Er wird nach EN 14825 über eine ganze Kühlperiode ermittelt, nicht bei Volllast an einem Prüfstand — er bildet also den Teillastbetrieb ab, in dem ein Inverter die meiste Zeit läuft. Ein SEER von 7 heißt: Aus einer Kilowattstunde Strom werden sieben Kilowattstunden Kälte.

Aktuelle Split-Geräte liegen je nach Ausführung etwa zwischen 6 und 9. Die zweite Zahl, die Sie brauchen, ist die Nennkälteleistung in Kilowatt. Beide stehen im Datenblatt und auf dem Label.

Die Rechnung des EU-Labels

Das Energielabel für Luftkonditionierer beruht auf einer festen Formel. Sie unterstellt eine Referenz-Kühlperiode von 350 Betriebsstunden bei Auslegungsleistung:

Jahresstromverbrauch = Nennkälteleistung × 350 Stunden ÷ SEER

Ein Beispiel für ein Schlafzimmer mit rund 20 Quadratmetern, ausgelegt mit 2,5 kW und einem Gerät mit SEER 7,0:

2,5 kW × 350 h ÷ 7,0 = 125 Kilowattstunden im Jahr

Bei einem angenommenen Arbeitspreis von 35 Cent je Kilowattstunde — dem Bereich, in dem Haushaltstarife im August 2026 liegen — sind das rund 44 Euro für eine Kühlsaison. Setzen Sie den Preis Ihres eigenen Vertrags ein, dann wird die Zahl genauer.

Für eine Multi-Split-Anlage mit drei Innengeräten und 5,2 kW Gesamtleistung bei SEER 6,5 ergibt dieselbe Rechnung rund 280 Kilowattstunden, also etwa 98 Euro.

Zwei Dinge zur Einordnung: Die 350 Stunden sind ein europäischer Referenzwert und keine Prognose für Ihre Wohnung. Im Rhein-Main-Gebiet liegt ein Schlafzimmer, das nur in heißen Nächten läuft, darunter; ein Dachgeschossbüro mit Westfenster, das den ganzen August durchläuft, deutlich darüber. Die Formel taugt zum Vergleichen von Geräten und zur Größenordnung — nicht als Abrechnung.

Warum das mobile Gerät die teure Lösung ist

Ein mobiles Monoblock-Gerät kostet in der Anschaffung einen Bruchteil und wird jeden Sommer zigtausendfach verkauft. Im Betrieb ist es die schlechteste verfügbare Art zu kühlen, und das aus zwei Gründen, die sich addieren.

Der erste steht im Datenblatt: Die Effizienz liegt weit unter der eines Split-Geräts. Ein mobiles Gerät hat den ganzen Kältekreis in einem Gehäuse im Raum, und der Verflüssiger gibt seine Wärme in genau den Raum ab, den er kühlen soll — hinausgeführt wird nur ein Teil davon über den Schlauch.

Der zweite steht in keinem Datenblatt: Der Abluftschlauch braucht ein geöffnetes oder gekipptes Fenster. Die Luft, die er nach draußen bläst, muss irgendwo nachströmen — und sie strömt als heiße Außenluft durch denselben Fensterspalt zurück. Das Gerät kühlt also gegen einen Zustrom an, den es selbst erzeugt.

Beides zusammen bedeutet: Für dieselbe Kühlwirkung braucht ein mobiles Gerät ein Mehrfaches an Strom. Wer nur zwei Wochen im Jahr kühlt, mag damit leben. Wer jeden Sommer damit arbeitet, zahlt die Differenz zur festen Anlage über die Jahre mehrfach.

Was den Verbrauch tatsächlich senkt

Vier Stellschrauben wirken, und drei davon kosten nichts.

  1. Den Sollwert nicht zu tief setzen. Je kleiner der Abstand zur Außentemperatur, desto weniger Arbeit hat der Verdichter. 24 bis 26 Grad sind an einem 35-Grad-Tag angenehm; 20 Grad sind nicht nur teuer, sondern auch gesundheitlich unklug.
  2. Außen verschatten. Rollladen, Markise oder Außenjalousie halten die Sonnenenergie vor der Scheibe ab. Innenliegende Vorhänge tun das kaum — die Wärme ist dann schon im Raum. Das ist die wirksamste Einzelmaßnahme überhaupt, weil sie die Kühllast senkt statt sie wegzukühlen.
  3. Filter sauber halten. Ein zugesetzter Filter drosselt den Luftstrom. Das Gerät läuft länger für dieselbe Wirkung und wird lauter dabei.
  4. Türen schließen und den Timer nutzen. Gekühlt wird der Raum, in dem das Innengerät hängt. Und ein Gerät, das nachts vorkühlt und tagsüber nur hält, arbeitet günstiger als eines, das mittags gegen die volle Sonne anfängt.

Und die Anschaffung?

Was eine Anlage kostet, hängt an der Zahl der Innengeräte, der Leitungsführung, der Kernbohrung und dem elektrischen Anschluss — und das lässt sich erst nach dem Aufmaß vor Ort verbindlich sagen. Eine Einschätzung für Ihre Räume, getrennt nach Geräten und Montage, liefert der Konfigurator.

Wie groß das Gerät überhaupt sein muss, steht im Beitrag Kühllast berechnen. Was im Heizbetrieb zusammenkommt, rechnet der Beitrag Heizen mit der Klimaanlage nach derselben Systematik vor.

Häufige Fragen

Er gibt an, wie viele Kilowattstunden Kälte das Gerät über eine ganze Kühlperiode aus einer Kilowattstunde Strom macht. Gemessen wird er nach EN 14825, also über Teillast und nicht nur bei Volllast.

In der Anschaffung ja, im Betrieb nicht. Es arbeitet deutlich ineffizienter, und der Abluftschlauch im gekippten Fenster zieht ständig warme Außenluft nach. Ein fest montiertes Split-Gerät braucht für dieselbe Kühlung ein Vielfaches weniger Strom.

Meist ja. Nachts ist die Außentemperatur niedriger, der Verdichter muss weniger überbrücken und arbeitet effizienter. Dazu kommt, dass die Nachtstufe ohnehin mit geringer Leistung läuft.

Alle Angaben ohne Gewähr. Stand 22. August 2026. Was in Ihrem Fall zulässig und sinnvoll ist, hängt vom Gebäude ab — verbindlich wird das erst nach dem Ortstermin.